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Der Blutbaum, Wedenig 2013

Wie schon beim Cover des Albums war auch bei der restlichen grafischen Gestaltung der CD das Zusammenspiel von Motiv und Musik der Band sehr wichtig. Das Digipack mit seinen drei Flächen bot mir dabei entschieden mehr Platz als das Cover die Geschichte des Albums auf ein Bild zu reduzieren. Eine weitere Vorgabe, war dass ich mich an den Aufbau eines Triptychon halten sollte, da ja auch das Werk auf welches das Album hinarbeitet ein solches ist.

Mit diesen Vorgaben begann ich zuerst einfache Skizzen anzufertigen und durch intensive Gespräche mit der Band näherten wir uns langsam dessen was schlussendlich als „Blutbaum“ bezeichnet werden sollte. Aus Bleistift wurde Tusche, aquarelliert hellrot und violett und letzte Akzente wurden tiefrot mit Acryl gefärbt.  Am besten versteht man das Motiv wenn man es als eine Chronologie des Krieges auffasst:

Linker Flügel: Die Verführung

Die Linke obere Hälfte des Bildes zeigt den Krieg als Verführer. Er lockt dabei mit Ruhm und Macht versinnbildlicht durch den Orden, den die Schlange im Maul trägt und der Mensch streckt gierig seine Hand aus, ignorierend, dass dieser scheinbare Ruhm schon jetzt in Blut getränkt ist.

Mittlerer Flügel: Der Krieg

Der mittlere Teil des Bildes wird vollkommen vom Stamm des Baumes ausgefüllt. Seine Rinde ist rot durchtränkt vom Blut und steht für die toten Ideen und Idealen der Menschen die ihr Leben an den Krieg verloren haben. Ich denke gerade diese stark reduzierte Darstellung des Krieges ohne Schlachtszenen, ohne Trümmer und Rauch macht das Bild so bedrohlich. Der Krieg wird hier zu etwas organischen, lebendigen etwas stetig wachsendem, dass ständig genährt werden muss.

Rechter Flügel: Die Konsequenz

Sehr explizit stellt dieser Abschnitt des Bildes die Folgen des Krieges dar. Der Mensch erkennt das wahre Gesicht des Krieges und kann mit dieser Gewissheit nicht mehr leben. Er wendet sich ab von der Grausamkeit und Sinnlosigkeit, entledigt sich seiner Kriegsausrüstung und erhängt sich. Vergleicht man diese Szene mit dem linken Flügel so erkennt man, dass das Versprechen nur eine leere Hülse war.

Unterer Flügel: Die Nahrung

Den Abschluss bildet das Wurzelwerk des Baumes, dieses frisst sich in zwei Leiber welche stellvertretend für alle Opfer des Krieges stehen. Dadurch wird auch die Färbung des Baumes deutlich, es ist das Blut der Menschen von denen sich der Krieg ernährt.

Was auffällt ist der sanfte Rot-Ton des Baumes selbst und der ebenso weiche Violett-Ton der Schlange, die im scharfen Kontrast zu den tiefroten Blutflecken an Orden, Händen und Leibern stehen, so als hätte der Baum noch nicht genug getrunken und als würde sein Durst erst versiegen wenn kein Mensch mehr auf Erden wandelt.

M. Wedenig am 14.Oktober 2013

M. Wedenig schuf nicht allein das Inlay und die Zeichnung auf der Rückseite des Albums, er hat darüber hinaus dem Lied Effet de neige à Petit-Montrouge mit seinem Akustikgitarrenspiel eine weitere Ebene hinzugefügt ohne welche das Lied jetzt wohl unvollständig wirken würde.



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