V!C!M! #Les Grandes Misères de la Guerre

Selbstbildnis als Mars 1915

Selbstbildnis als Mars, Dix 1915

Vivito! Creato! Moritor! (kurz: V!C!M!) besteht also aus dem Teilschaffen von vier Malern, die alle den Krieg oder besser die Natur des Krieges in einem oder mehreren Werken verarbeitet haben. Es greift ihre Ideen auf bringt sie in eine logische Reihenfolge und interpretiert sie als evolutionären Prozess. Im Kern ist es gerichtet und voranschreitend aber auf eine parallele Art und Weise. Da ist zuerst die Zeitachse von Otto Dix. Der im Jahre 1891 geborene Maler und Begründer der Neuen Sachlichkeit steht im Mittelpunkt der Stücke: “Les Grandes Misères de la guerre”, “Los Desastres de la Guerre”, “Effet de neige à Petit-Montrouge” und “Triptychon: Der Krieg”. Bevor wir zur zweiten Zeitachse, gebildet von Callot, de Goya und Manet kommen will ich den ersten Track in diesem Beitrag näher beleuchten, um dann Beitrag für Beitrag einmal jener einmal der Anderen Zeitachse entlang zu marschieren.

EINTRAG 1

Der Fotograf kann nur den Augenblick einfangen, den Moment. Er ist nicht in der Lage die Summe des Ganzen darzustellen. Die wahre Natur der Dinge. Das kann nur der Maler und dieser wiederrum muss das was er malen will selbst gesehen haben. Und mit gesehen meine ich erlebt haben. Selbst die scheußlichsten, grausamsten Dinge muss er betrachten, erleben. Denn nur wer die Menschen im entfesselten Zustand gesehen hat, der weiß auch etwas über die Menschen. Er muss erleben wie jemand neben einen umfällt, von einer Kugel getroffen. Er muss sehen wie er niederstürzt, ein Loch in der Brust. Erleben wie ganze Landschaften in Trümmern liegen, selbst durch den Matsch aus Erde und Blut kriechen. Das sind alles Phänomene. Phänomene die musste ich am eigenen Leib erfahren. Die Pein und die Schmerzen, alle Untiefen. Jede einzelne. Das ist der Grund warum ich hier in der Champagne stehe, warum ich mich freiwillig gemeldet habe. Kunst heißt Ordnung schaffen. Kunst ist Bannung. Deshalb zog ich in den Krieg…

Der erste Track ist musikalisch von Wechseln der Akustik- und E-Gitarren geprägt. Zum Ersten Mal hören wir auch die Stimme von Markus. Einen Laienschauspieler der Theatergruppe keck&Co der eine unglaubliche Arbeit abgeliefert hat. Wir erfahren die Bewegründe Dix zu malen, seine Gründe dem Krieg beizuwohnen und was er den unter Kunst versteht. Die Zeitachse beginnt mit dem Selbstbildnis als Mars vom Jahre 1915. Bisher wird keine Kritik am Krieg geäußert. Vielmehr wird der Rahmen vorgegeben den Krieg zu betrachten und zu beschreiben. Doch schon beim nachfolgenden Lied wird sich das ändern, wenn wir in die schwarzweiße Welt von Jacques Callot eintauchen.

 Μ.Χ. am 23. Oktober 2013



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