V!C!M! #Tod und Teufel

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Platte 5: Le pillage, Callot 1633

Tod und Teufel der dritte Track des Albums und auch der kürzeste. Dieses Lied macht keinerlei Gefangene, nach einem sanften Intro geht es stakkatoartig mit einem jazzigen Beat in Richtung Vers. Es ist eine Manifestation des Chaos und bleibt dabei paradoxerweise wohlgeordnet. Betrachtet man Le pillage so erkennt man das Chaos, die unzähligen Handlungen die zeitgleich geschehen und das Auge ruhelos über das Bild wandern lassen.

VERS 1

Der schwarze Schnitter stets an meiner Seite ist.

Er schürt den Durst, das Verlangen nach Blut.

Oft denk ich mir, er ist das große Tier,

als Tod getarnt, spielt es nur mit mir.

So formt das Lied das Empfinden des Bildes nach. Anfänglich chaotisch und ruhelos arbeitet es Stück für Stück die Ordnung des dahinterliegenden Prozesses heraus:

“Der Krieg tritt hierbei als unsichtbare Macht auf die dem Protagonisten wie ein schwarzer Schatten an den Sohlen klebt”  Τ.Φ.

Die Erkenntnis der Ordnung im Chaos geschieht dabei impulshaft und diese Impulse des Verstehens, dieses blitzartige Klarwerden spiegelt auch der Chorus wieder, mit seinem disharmonisch durchbrochenen Riffing und dem reduzieren des Textes auf ein Minimum. So schnell die Erkenntnis auftaucht so schnell verschwindet sie, wird förmlich erneut zu einem Chaos verschmiert dem der Vers Rechnung trägt.

CHORUS

Tod und Teufel

VERS 2

Seinen tiefen Hass, er an mich weiterreicht.

Ich gehorch ihm blind, schlachte weiter Fleisch.

Doch ist es er, der davon profitiert.

Ich bin sein Werkzeug, das ihm die Seelen serviert.

Trotz des Wissens, trotz des wenn auch nur schemenhaften erkennen von Ursache und Wirkung bleibt man ohmmächtig gegenüber der Todesmaschinerie und reiht sich nahtlos in diese ein. Der Kampf von sich Wiedersetzen und sich Fügen ist der Grund der Tempo- und Rhythmuswechsel von denen in knapp drei Minuten ausgiebig Gebrauch gemacht wird.

VERS 3

Er ist die Kraft, die in mir inne wohnt.

Er gibt mir Macht, die meine Feinde straft.

Ist es Bestimmung, ja so soll es sein,

ich bin der Henker, für alle Zeit.

Am Ende steht die Frage ob der Krieg den Mensch verändert oder aber der Mensch den Krieg? Dies ist gleichbedeutend mit der Frage der Verantwortung für die Gräuel. Bestimmt der Mensch deren Größe und Ausmaß oder aber ist es der Krieg selbst und somit der Mensch seiner Verantwortung entbunden. Fällt ein Stein zu Boden weil wir in loslassen oder aber weil wir aufhören ihn festzuhalten?

 Μ.Χ. am 05. November 2013



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