V!C!M! #Triptychon: Der Krieg

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Der Krieg, Dix 1932

EINTRAG 4

Es gilt, die Dinge zu sehen, wie sie sind. Das ist die Voraussetzung für wahre Realistik. Entrüstung kann man nicht malen. Man muss ja sagen können, ja zu den menschlichen Äußerungen, die da sind und immer sein werden. Das heißt nicht ein Ja zu den imperialistischen Kriegen, sondern zu einem Schicksal, das unter gegebenen Umständen an den Menschen herantritt und in dem er sich bewähren muss. Die außergewöhnlichen Situationen zeigen den Menschen in seiner ganzen Größe, aber auch in seiner ganzen Verworfenheit, ja Viehmäßigkeit. In den außergewöhnlichen Momenten erweist sich der Mensch in all seinen Möglichkeiten. Nun jedoch propagieren viele Bücher ungehindert erneut ein Heldentum und einen Heldenbegriff, die in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges längst ad absurdum geführt worden waren. Die Menschen beginnen schon zu vergessen, was für entsetzliches Leid der Krieg ihnen gebracht hatte. Auch deshalb male ich. So ist denn der Krieg, doch nur ein weiteres Objekt ein Ding. Nichts anderes als ein Naturereignis aber vor allem eine große Schweinerei.

Es verklingen die letzten Töne des Albums, sanft wehen sie dahin und hinterlassen einen in einer sonderbar ruhigen Stimmung. Fast heilsam, als wären alle Lieder davor niemals geschrieben worden, als wären alle Worte nur einem Alptraum entsprungen dem wir schweißgebadtet entflohen sind. Wir beginnen uns zu entspannen und merken wie die Farben in die Welt zurückkehren, wir beginnen zu begreifen, sie liegt völlig klar und ohne eines Funkes Zweifels vor uns, wir beginnen zu vergessen…

 Μ.Χ. am 13. Jänner 2014



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