Vivito! Creato! Moritor! #Einleitung

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Der Ort an dem eine Idee Wirklichkeit wurde

Vivito! Creato! Moritor! Lebe! Erschaffe! Sterbe! So lautet der Titel des Albums an welchem wir vor gut zwei Jahren zu arbeiten begonnen haben. Unser Ziel war es nicht nur ein musikalisch herausragendes Werk zu schaffen, sondern dem Ganzen darüber hinaus ein Konzept zu Grunde zu legen, welches versucht tief in eine Thematik einzutauchen, die uns zwar stets interessiert hat, wir aber bisher nicht die Zeit fanden sie zu verarbeiten. Uns war dabei gar nicht bewusst, dass der Anfangs kleine Funke dieser Idee sich zu einem Flächenbrand pompejischen Ausmaßes verwandeln würde. Aber alles Schritt für Schritt.

Seit mehr als drei Jahren geisterte die Idee in meinem Kopf herum ein Konzeptalbum zu verfassen. Was dieses Konzept sein sollte, wusste ich nicht und so begann ich meine Suche danach blind und ohne klares Ziel. Immer wieder notierte ich mir Ideen die mir beim Lesen, beim Zugfahren, beim Spazieren oder Träumen gekommen waren doch keine stellte mich wirklich zufrieden. Als ich dann aber über den etwas dicklichen, tauben Hofmaler de Goya stieß wusste ich, dass sich der Nebel allmählich lichten würde. Ich vergrub mich in seine Arbeit und immer deutlicher wurden die Querverweise, Verbindungen und Verwandtschaften gedanklicher Natur zu anderen Künstlern und am Ende stand das Konzept, welches nun dieses Album bildet.

Ich stellte mir einen zyklischen Zusammenhang zwischen Callot, de Goya und Manet vor. Eine Chronologie des Schreckens, explizit am Anfang und über de Goya zu Manet hin immer vager und unterbewusster. Diesen Kreis der drei Künstler umschloss ich in meinen Gedanken mit einem weiteren, der die erste Hälfte der Biografie Dix darstellte. Der deshalb außerhalb lag, weil Dix die Entwicklung der drei Maler selbst ins seinen Werken nachvollzog und schlussendlich darüber hinaus wuchs und ein Bild schaffte, dass den anderen Dreien versagt blieb.

Wir haben damit den ersten Schritt einer Reise getan, die durch die unwirklichsten Winkel unseres Seins führt, die uns eintauchen lässt in die sumpfigen, ätzenden, widerwärtigen Landschaften dessen was man als Krieg bezeichnet. Dessen Ausgang jedoch gewiss ist, nämlich: Schrecken, Marter, Tot und die niederschmetternde Erkenntnis der zyklischen Natur des Krieges. Die Frage nach ihrer Überwindung können wir vielleicht nicht beantworten aber wer kann uns schon aufhalten es zu versuchen?

Μ.Χ. am 15. Oktober 2013



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